Wer in die deutschen WĂ€lder zieht, der wird vergeblich nach den SeemandelbaumblĂ€ttern suchen. Denn die BlĂ€tter des gleichnamigen Baums, der zur Art der Combreaceae gezĂ€hlt wird, wachsen vornehmlich in der Tropen und Subtropen Asiens. Die BlĂŒten des Baumes sind sehr unauffĂ€llig, die FrĂŒchte hingegen können sogar vereinzelnd gegessen werden. Auch das Holz kann zu Bauzwecken verwendet werden, wĂ€hrend die Rinde zu Heilzwecken eingesetzt wird. Ein rund um nĂŒtzliches PflĂ€nzchen. Die BlĂ€tter hingegen spielen im Aquarium besonders in Garnelenaquarien eine besondere Rolle und Funktion. Denn ebenso wie die Rinde enthalten auch die einzelnen BlĂ€tter zahlreiche wichtige Biosubstanzen, die sich auf die Wasser- und LebensqualitĂ€t im Aquarium positiv auswirken. Besonders in getrockneter Form wird das Ball des Seemandelbaumes in der Aquaristik eingesetzt. Neben dem Aquarium wird der Baum vor allem in StrandnĂ€he kultiviert und als Schattenspender genutzt. Er ist besonders aufgrund seiner Salztoleranz dafĂŒr geeignet. Von Madagaskar bis hin zu den Bonin- und Fidji-Inseln findet der Baum seine Verbreitung. Doch was machen die getrockneten BlĂ€tter im Aquarium?

Wunderwirkung im Becken?

Der Aquarist könnte auch einheimisches Laub verwendet, wenn da nicht die zahlreichen Wunderwirkungen sind, die den SeemandelbaumblĂ€tter fĂŒr die WasserqualitĂ€t nachgesagt werden. Sie gelten als wahre Wunderheiler mit besonders positiven Effekt auf die jeweilige WasserqualitĂ€t. Auch schlĂ€gt sich die Wirkung auf die Fische, Meerestiere und Pflanzen im Aquarium selbst nieder. So wirkt das Seemandelbaumblatt zum einen antibakteriell und zum anderen pilzhemmend. Gleichzeitig wirkt es sich auf den ph-Wert des Wassers aus und lĂ€sst diesen leicht sinken, wĂ€hrend es sich steigend auf den Salzgehalt niederschlĂ€gt.

INFO

Außerdem sehen Garnelen das Blatt des Seemandelbaumes als feine Delikatesse. Sie knabbern und nagen gerne an dem getrockneten Blattresten.

Die Dosis macht es 
 oder auch nicht

Wenn es um die richtige Dosierung bei der Nutzung der SeemandelbaumblĂ€tter geht, dann gehen die Meinungen auseinander. Oft wird ein mittelgroßes Blatt auf 100 Liter empfohlen. In einigen FĂ€llen spricht man jedoch auch von 2 bis 3 BlĂ€ttern auf 100 Liter. Hier spielen GrĂ¶ĂŸe und besonders auch die QualitĂ€t der BlĂ€tter eine Rolle – was die optimale Dosierung auch schwierig macht. Eine Faustregel der Aquarianer sagt jedoch: Weniger ist manchmal mehr.

Man hat vorsichtig zu sein, möchte man die WasserqualitĂ€t mittels SeemandelbaumblĂ€tter verbessern. Auch hilft ein genaues Beobachten und ggf. ein Wassertest, wie sich das Blatt auf Salzgehalt und ph-Wert des Aquariumswasser auswirken. Werden die BlĂ€tter als Nahrungsquelle und Wasseraufbereiter eingesetzt so verbleiben sie bis zur vollstĂ€ndigen Zersetzung im Aquarium. Die Inhaltsstoffe aus den SeemandelbaumblĂ€ttern werden jedoch bereits nach bis zu drei Wochen aufgebraucht. Dann dient das Blatt ausschließlich als Futter- und Nahrungsquelle fĂŒr Garnelen. Andere Fische vergreifen sich weniger an den knusprigen StrĂ€ngen des großen Tropenblattes. Werden die Überreste als störend empfunden, können sie auch jeder Zeit aus dem Aquarium gefischt werden und durch neue BlĂ€tter ersetzt werden.

Doch nicht nur die Dosierung macht es. Es kommt bereits im Vorfeld auf eine optimale Lagerung der BlĂ€tter an, damit diese nicht an ihrer Wirkung einbĂŒĂŸen. So gilt es die SeemandelbaumblĂ€tter an einem möglichst trockenen und auch dunklen Ort zu lagern. Doch damit nicht genug. Der Lagerungsort muss ebenfalls ĂŒber eine gute Luftzirkulation verfĂŒgen, wenn sonst fangen die BlĂ€tter an zu schwitzen, verlieren ihre NĂ€hr- und Wirkstoffe und können im schlimmsten Fall Sputen von Schimmel und Pilzen ansetzen. Kranke und befallene BlĂ€tter wĂŒrden sich dann auch verheerend auf die WasserqualitĂ€t und das Wohlbefinden der Aquariumsbewohner auswirken.

Alternativen zum Seemandelbaumblatt

Seemandelbaum BlĂ€tter fĂŒr das AquariumDas Seemandelbaumblatt wird vornehmlich in der Salzwasseraquaristik und bei Besatz mit Garnelen eingesetzt, doch es gibt auch Alternativen. Oft wird vor dem Einsatz des Blattes zurĂŒck geschreckt, weil es die sonst harmonische Optik des Aquariums stören wĂŒrden. Hier kann alternativ auch zu einem flĂŒssigen Extrakt aus SeemandelbaumblĂ€tter gegriffen werden. Augen auf aber bei Verwendung und Dosierung, denn mit dem Extrakt kann ein Tropfen zu viel bereits das Gleichgewicht im Wasser irritieren. Wer in einem SĂŒĂŸwasseraquarium auf die heilende Wirkung von BlĂ€ttern setzen möchte, dem wird zur Verwendung von WallnussbaumblĂ€tterngeraten. Diesen werden auch zahlreiche positive Eigenschaften nachgesagt, die sich auf die WasserqualitĂ€t und die Gesundheit der Aquariumsbewohner auswirkt. Außerdem sind sie, als regionaler Baum, auch etwas gĂŒnstiger zu erhalten, als die teuren TropenblĂ€tter aus den Tropen und Subtropen des fernen Asiens.

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