In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 4 – Die Wasserqualität

Nachdem nun die ersten Pflanzen im Aquarium eingesetzt worden sind stellt sich nun die Frage betreffend Wasserqualität. Für die Aquarienbewohnern ist es sehr wichtig, dass das Wasser im Aquarium immer ausgeglichen und sauber ist.

Darüber hinaus benötigt man ein geeignetes Filtersystem und das Wasser sollte in entsprechenden Abständen gewechselt werden. Es gibt einige Süßwasserfische die man in Leitungswasser halten kann, aber man sollte wissen, wie man dieses Wasser auf Qualität hin überprüft bzw. die Wasserwerte verändert.

Des Weiteren kann das Wasser aus der Leitung für manche Fische giftig sein, da das Wasser für den Menschen aufbereitet worden ist. Das Leitungswasser enthält bestimmte Chemikalien wie z.B. Zink oder Kupfer. Um diese Schwermetalle zu entfernen bedarf es Wasseraufbereiter die man in Zoohandel erwerben kann.

Leitungswasser

leitungswasser-fuer-das-aquarium-300x200 In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 4 - Die WasserqualitätDas Leitungswasser ist mit Chlor im Wasser angereichert. Das Chlor dient zur Beseitigung etwaiger Bakterien, aber für die Fische kann das Chlor in einem nicht aufbereiteten Aquariumwasser ein Problem werden. Die Kiemen und die Haut bilden eine natürliche Schutzschicht welche vom Chlor stark beschädigt werden kann. Damit das biologische Gleichgewicht gewährleistet ist, sollte man das Aquariumwasser aufbereiten.

Durch die Lösung von Säuren oder Basen werden Wasserstoffione abgegeben welche den pH-Wert verändern. Die Wasserstoffionen sind entscheidend dafür, ob das Wasser nun basisch oder sauer ist. Im Allgemeinen bewegen sich die pH-Werte zwischen 0 = stark sauer und 14 = stark alkalisch. Der pH-Wert 7 bedeutet einen im chemischen Sinn eher neutralen Wert. Da die pH-Skala logarithmisch ist entspricht dem Sprung von einer pH-Einheit zur nächsten eine Verzehnfachung der Basen- bzw. Säurekonzentration.

PH-werte zwischen 6,5 und 8,5 sind für fast alle Bewohner eines Süßwasseraquariums geeignet. Wogegen die Fische aus den Schwarzwasserflüssen eher weicheres Wasser mit pH-Werten zwischen 6,0 und 7,5 bevorzugen. Hartes Wasser mit Werten zwischen 7,5 und 8,5 sind für die Ostafrikanischen Buntbarsche geeignet.
Werden die Fische einer unerwarteten Änderung des pH-Wertes z.B. durch Umsetzen, ausgesetzt, so können sie unter Stress geraten. Es wird nicht genügend Sauerstoff aufgenommen, die Farben verblasen und es könnte sich eventuell ein dicker Schleim auf der Haut bilden.

Wasserhärte – zu hart oder zu weich

wasserwerte-messen-300x129 In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 4 - Die WasserqualitätUnter Wasserhärte versteht man die Konzentration der im Wasser gelösten Ionen der Erdalkalimetalle wie z.B. Calcium oder Magnesium. Das Süßwasser, welches an einer natürlichen Quelle abgezapft wird, wird eher weicher sein als im allgemeinen. Wenn es weiter fließt werden unterschiedliche Mengen von Mineralstoffen aufgenommen und es wird dadurch zunehmend härter.

Die Härte des Wassers kann man, wie den pH-Wert, mit verschiedenen Testsets bestimmen. Das Wasser mit einer Gesamthärte von 10 °dGH wird als weich bezeichnet, Werte zwischen 10 und 20 °dGH bedeuten mittelhart und alles über 20 °dGH wird als hart bezeichnet.

Gerade in der sogenannten Einlaufphase sind Wasserwerte wichtig. Daher sollte man ein großes Augenmerk auf die Konzentration von Nitrit halten, da ein hoher Nitritwert eher ungünstig für die Fische ist.

Im Aquarium befindet sich ein künstlich erzeugtes biologisches Gleichgewicht welches nicht selten Schwankungen unterliegt. Empfehlenswert ist daher, mittels Test, das Wasser immer zu überprüfen. Außerdem gibt es neben den nicht sichtbaren Wasserwerten auch noch deutlichere Signale so in etwa die Trübung des Wassers oder übermäßigen Algenwuchs, welcher anzeigt, dass die Wasserwerte nicht in Ordnung sind.

Man unterscheidet im Aquarium folgende Wasserhärte:

  • Karbonhärte
  • Gesamthärte

Gemessen werden die Karbon- und die Gesamthärte in Grad – Karbonhärte (°dKH) und Grad deutscher Härte (°dgH). Die Nichtkarbonhärte ergibt sich aus der Differenz der beiden Härten.

Nitritgehalt vs Nitratgehalt

Der Nitratwert sollte einmal in der Woche gemessen werden. Die Teststäbchen sind in jedem Zoofachhandel erhältlich. Ist der Nitratwert hoch, bedeutet dies, dass das Wasser mit organischen Substanzen belastet ist. Wird der Nitratwert (NO3) im Aquarium 50 Milligramm/lt überschritten, so sollte man sofort reagieren.

Wirklich schädlich und gefährlich für die Fische wird es ab einem Wert von 150 mg Nitrat pro Liter.
Wird das Aquarium ungenügend gereinigt, so können die Fische an Vergiftung durch Stickstoffverbindungen leiden. Dies gelangt in etwa durch die Ausscheidungen der Fische in das Wasser. Zwar entfernen die Filter Trübungen und können bestimmte gelöste Stoffe absorbieren, aber nichtsdestotrotz werden sie mit all den organischen Abfällen nicht fertig.
Das zunächst entstehende giftige Ammoniak können empfindliche Fische mit einem Gehalt von 0,1 mg/l schädigen. Das Nitrit, welches durch den Abbau von Ammoniak durch Nitrosomonas-Bakterien entsteht, ist für die Fische sehr kritisch.
Funktionierende Filtersysteme erreichen Nitritkonzentrationen < 0,3 mg/l aber die Werte sollten nicht >als 0,8 mg/l sein.

Die Nitrobakterien bauen in der letzten Abbaustufe Nitrit zum relativ ungefährlichen Nitrat ab. Des Weiteren können die Pflanzen das Nitrat als Nährstoff aufnehmen. Ist aber die Konzentration von Nitrat > als 25 mg/l so wird der Algenwuchs gefördert und es empfiehlt sich ein sofortiger Teilwasserwechsel.

Wie schon öfters erwähnt, sollten regelmäßige Wasserkontrollen zur Vorbeugung oder Behebung durchgeführt um den Nitrat- bzw. Nitritwert im Aquarium zu senken. Tote Fische oder abgestorbene Pflanzenteile sollten unbedingt sofort entfernt werden.

Ist das Aquariumwasser milchig weiß, so könnten Bakterienblüten die Ursache sein. Diese Bakterienblüten treten bei neu eingefahrenen Becken aber auch nach dem Reinigen des Aquariumfilters auf. Ferner könnten auch größere Futterreste, im Zusammenhang mit höheren Wassertemperaturen, schnell zu einer Bakterienblüte führen und das Wasser trüben.

Aber keine Angst, den Bakterienblüten sind erstmals für die Fische ungefährlich. Aber wenn diese Bakterien zu viel Sauerstoff verbrauchen, können diese im schlimmsten Fall den Fischen fehlen.
Um dies zu vermeiden, sollte man bei jeder Wasserzugabe oder bei jedem Wasserwechsel immer Wasseraufbereitungsmittel dazugeben.

Generelle Richtwerte für das Aquariumwasser

No3 mg/l 0 – 20
NO2 mg/l 0 – 0,5
GH 4 – 14
KH 6 – 10
pH 5,8 – 7,8
Cl 2 mg/l 0 – 0,5

Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität im Aquarium

Filterung durch Torf
Einbringung von Kohlenstoffdioxid ins Aquarium
Verwenden von Wasseraufbereitungsmitteln
Natriumkarbonat zufügen
Das Wasser mit Luftpumpe und Ausströmerstein belüften
Kalzium oder Magnesiumsulfat langsam ins Wasser beigeben
Kalkhaltiges Filtermaterial verwenden

Praktische Tipps für die Verbesserung der Wasserqualität im Aquarium

Der Fischbesatz im Aquarium sollte nicht zu hoch sein
Übermäßige Überfütterung vermeiden
Entfernung der organischen Abfälle in geringen Zeitabständen
Filtersysteme sollten funktionieren.

Wasserwechsel leicht gemacht

wasserwechsel-im-aquarium-1-154x300 In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 4 - Die WasserqualitätDas Wasser wird nämlich durch die laufende Ausscheidung von Schmutzpartikeln und Kot der Aquariumfische und -pflanzen ständig verunreinigt und trüb. Regelmäßiges Wechseln von 20 bis 30 % des Wassers sorgt für eine bessere Wasserqualität.

Damit das Wasser wechseln erfolgreich ist, benötigt man folgende Utensilien:

  • Mehrere große Eimer – je nach Aquariumgröße
  • Einen ca. 2 m langen Aquarienschlauch
  • Teststreifen besser einen Testkoffer mit Tröpfchentests für den pH-Wert und ein paar Aufbereitungsmittel

Regelmäßiges Wasser wechseln im Aquarium:

Die Grundregel besagt, dass man mindestens einmal pro Woche einen Wasserwechsel durchführen sollte um die Gesundheit der Fische zu gewährleisten. Der Wasserwechsel dauert durchschnittlich, je nach Größe des Aquariums, zwischen 10 und 20 Minuten.

Reagenzien bzw. Testsets

Wenn ein Wassertest im Aquarium durchgeführt werden sollte, sollte man folgende Dinge beachten. Bei den Messreagenzien, welche man in jedem Zoofachgeschäft erwerben kann, handelt es sich um Chemikalien, die je nach Substanz auch Gefahren verstecken und sind deshalb mit Vorsicht zu verwenden. Zahlreiche Reagenzien, die man für so einen Test benötigt, sind teilweise sogar ätzend und oft auch hautreizend. Daher ist es empfehlenswert, dass diese Chemikalien nicht auf die Haut oder auf die Kleidung kommen und man sollte sie mit Bedacht einsetzen.
Aus diesem Grunde werden die Reagenzien und die Testsets für den Wassertest an dunkel, kühlen und trockenen Orten gelagert werden. So werden die Reagenzien nicht zu schnell alt und bleiben länger funktionstüchtig. Der Kühlschrank wäre ein idealer Ort für die Aufbewahrung der Reagenzien und der Teststets.

 

Hier geht es zu den anderen Artikeln:

In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 1 – Was brauche ich?

In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 2 – Aquarium Technik, Bodengrund & Dekoration

In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 3 – Die Aquarien Pflanzen ziehen ein

In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 4 – Die Wasserqualität

 

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