In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 3 – Die Aquarien Pflanzen ziehen ein

Ohne die passenden Wasserpflanzen funktioniert kein Aquarium. Die Pflanzen sollten immer mit der gleichen Sorgfalt wie die Fische ausgesucht werden.

Wasserpflanzen für ein gutes Klima im Becken

wasserpflanzen-im-aquarium-300x200 In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 3 - Die Aquarien Pflanzen ziehen einKennst Du das Sprichwort: „Geschmack kann man sich nicht kaufen?“ Das trifft auch auf die Pflanzen im Aquarium zu. Zum perfekten Aquarium gehören einfach echte Pflanzen dazu. Plastikpflanzen können die wichtigen Aufgaben nicht erfüllen. Die grüne Unterwasserwelt entzieht dem Wasser Stoffe, die für die Fische durchaus schädlich werden können, vor allem Phosphate und Stickstoffverbindungen. Gleichzeitig produzieren die Pflanzen unter Lichteinfluss den für die Fische lebensnotwendigen Sauerstoff.

Es gibt Fischarten, die gerne an den Aquarienpflanzen knabbern, weil die Wasserpflanzen eine willkommene Zusatznahrung für sie sind. Außerdem bieten die Pflanzen eine Versteckmöglichkeit für die Tiere und eine gute Ablaichmöglichkeit. Besonders gerne legen zum Beispiel die Schmetterlingsbuntbarsche und die Skalare ihre Eier auf den Blättern ab. Du darfst auch nicht vergessen, dass ein schön bepflanztes Becken neben all diesen Vorteilen für die Fische und die Wasserqualität eine fantastische Augenweide für Dich ist. Ein optisch ansprechendes Ergebnis bekommst Du aber nur mit echten Wasserpflanzen und mit ein bisschen Pflege.

Die Auswahl der Wasserpflanzen

aquarium-wurzel-im-sand-bepflanzt-300x200 In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 3 - Die Aquarien Pflanzen ziehen einBei der Auswahl der Aquarienpflanzen musst Du verschiedene Faktoren berücksichtigen. Wichtig ist die Beckengröße. In ein kleines Becken setzt Du klein bleibende Pflanzen und verwendest als speziellen Blickfang eine große Solitärpflanze, etwa eine Gitterpflanze. Eine wichtige Rolle spielt die Beleuchtungsstärke. Manche Pflanzen begnügen sich mit wenig Licht, andere brauchen jedoch eine hohe Beleuchtungsstärke. Mit wenig Licht gedeihen die Wasserkelche, viel Licht benötigen die Amazonaspflanzen. Nicht vergessen darfst Du die Wasserqualität. Viele Aquarienpflanzen wachsen in weichem und leicht saurem Wasser viel besser als in hartem, alkalischem Wasser. Die Wasserwerte in Deinem Becken beeinflussen deshalb Deine Auswahl beim Pflanzenkauf. Das letzte Wort haben die Aquarienbewohner. Einige Fische sind Pflanzenfresser und setzen den Pflanzen ganz schön zu. In diesem Fall solltest Du auf feinfiedrige Pflanzen verzichten und Dich für robuste und starkwüchsige Arten entscheiden.

Empfehlenswerte und leicht zu pflegende Aquarienpflanzen

Nicht jeder Hobbygärtner hat einen grünen Daumen und das gilt auch für manchen Aquarianer. So sehr man sich auch bemüht, irgendwie wirken die Pflanzen klein und blass oder wollen nicht richtig wachsen. Die folgenden Pflanzen sind robust, leicht zu pflegen, das ganze Jahr über im Sortiment zu finden und selbst Neulinge unter den Aquarienfreunden kommen mit diesen Wasserpflanzen gut zurecht:

  • Verschiedene Arten der Wasserkelche – brauchen weiches Wasser, kommen aber mit wenig Licht aus
  • Sumatrafarn und Javafarn – sehr wuchsfreudig
  • Rosettenartig wachsende Amazonaspflanzen – sind sehr robust
  • Verschiedene Arten des Wasserfreundes – wachsen besonders schnell
  • Vallisnerien – recht anspruchslos
  • Feinfiedrige Hornblattgewächse – treiben normalerweise frei im Wasser und bilden dichte Bestände

Aquarienpflanzen richtig transportieren

Online-Shopping wird immer beliebter. Schnell, bequem und rund um die Uhr kannst Du bestellen und die Ware wird Dir nach Hause geliefert. Selbstverständlich kannst Du auch Pflanzen für Dein Aquarium online bestellen. Die Auswahl ist groß und seriöse Anbieter verschicken die Pflanzen fachmännisch verpackt. Kaufst Du die Wasserpflanzen bei einem regionalen Händler oder im Zoofachgeschäft, solltest Du darauf achten, dass die Pflanzen am Heimweg keinen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Viele Aquarienpflanzen kannst Du in Plastiktüten mit Wasser oder in nasses Papier eingeschlagen transportieren.

Aquarienpflanzen richtig einsetzen

gerade-pinzette-wasserpflanzen-setzen-300x125 In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 3 - Die Aquarien Pflanzen ziehen einSetze die Wasserpflanzen bald nach dem Kauf ein. Die Pflanzen werden aus der Verpackung genommen und alles entfernt, was nicht zur Pflanze gehört. Dann schneidest Du mit einer scharfen Schere die Wurzeln ungefähr um die Hälfte zurück, wodurch die neue Wurzelbildung gefördert wird. Die Pflanzen spülst Du anschließend unter fließendem, lauwarmen Wasser ab, um anhaftendes Material zu entfernen.

Um die Pflanzen einzusetzen, bohrst Du mit dem Finger ein Pflanzenloch im Bodengrund aus und setzt die Wurzeln hinein. Dann verteilst Du etwas Bodengrund über den Wurzeln und drückst den Bodengrund neben der Pflanze fest. Ist der Wasserstand noch zu gering, füllst Du nun vorsichtig Wasser auf. Beim Bepflanzen des Beckens sollte im Vordergrund viel Schwimmraum zur Verfügung stehen. Deshalb setzt Du hier klein bleibende, rasenbildende Arten wie die Zwergsagittarie oder den Kleinen Wasserkelch. Für den Hintergrund wählst Du Pflanzen, die in die Höhe wachsen, wie beispielsweise der Riesenwasserfreund oder die Krause Wasserähre.

Extratipp:

Wenn Du das Aquarium neu einrichtest, mischt Du den Bodengrund mit Wasserpflanzendüngergranulat. Wichtig dabei ist, dass Du Dich genau an die Herstellerangaben an der Produktpackung hältst. Untersuche vor dem Einsetzen Deine Wasserpflanzen auf kleine Wasserschnecken und Schneckenlaich. Hast du Schneckenlaich entdeckt, gibst Du die Aquarienpflanzen für einige Zeit in ein separates Gefäß und gibst ein Mittel gegen Schnecken dazu. So schleppst Du keine unerwünschten Untermieter in Dein Becken ein.

Müssen Aquarienpflanzen regelmäßig gedüngt werden?

blasenzaehler-aqaurium-300x200 In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 3 - Die Aquarien Pflanzen ziehen einAquarienpflanzen wachsen in einem Becken mit Fischbesatz im Normalfall auch ohne regelmäßige Düngung. Die Fische produzieren nämlich ausreichend organische Stoffe, die die Pflanzen mit Nahrung versorgen. Manchmal kommt es jedoch zu einem Eisenmangel, denn Du aber mit einem Eisendünger beheben kannst. Willst Du das Pflanzenwachstum fördern, kannst Du eine Düngung mit Kohlendioxid durchführen. Hast Du vielleicht ein Holländisches Aquarium, also ein Pflanzenaquarium ohne Fischbesatz, dann ist es ratsam, dass Du regelmäßig einen Wasserpflanzendünger verwendest. Sonst kann es leicht zu einem Nährstoffmangel kommen. Es reicht, wenn Du alle vier Wochen düngst. Achte darauf, dass Du nicht überdüngst. Zu viel des Guten lässt die Algen schnell wachsen. Algen brauchen die gleichen Nährstoffe wie die Wasserpflanzen, sie vermehren sich allerdings wesentlich schneller.

Kohlenstoffdioxid zur Pflanzendüngung

Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Aquarium mit CO2 zu versorgen. Karbonatoren sind kleine Gefäße, die Du direkt in das Aquarium stellen kannst. In den Gefäßen befinden sich Patronen, die ungefährliche chemische Substanzen enthalten, welche miteinander reagieren. Bei dieser Reaktion entsteht CO2. Die Karbonatoren arbeiten ohne Strom und brauchen keine Gasdruckflaschen, haben jedoch den großen Nachteil, dass sie die abgegebene CO2-Menge nicht dosieren können und die Patrone alle vier bis neun Wochen ausgetauscht werden muss. Empfehlenswerter sind deshalb CO2-Düngeanlagen, bei denen CO2 aus einer Druckflasche mit einem Schlauch und über druckmindernde Ventile in das Becken geleitet wird. Über die Ventile kannst Du die zugeführte Menge CO2 dosieren. Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum so viele Aquarienbesitzer die Pflanzen mit Kohlenstoffdioxid düngen?

Die Pflanzen brauchen neben Licht, Wärme und Nährstoffen Kohlenstoffdioxid für das Wachstum. Es wird von den Fischen bei der Atmung ausgeschieden. Diese von den Fischen produzierte Menge reicht aber für ein dicht bepflanztes Becken nicht aus. Die Folge ist, dass die Wasserpflanzen nicht optimal wachsen. Wenn Du Dich für eine Kohlenstoffdioxid-Düngung entschieden hast, musst Du ein paar Dinge beachten: Achte unbedingt darauf, dass die optimale Dauerkonzentration zwischen fünf und fünfzehn Milligramm Kohlenstoffdioxid pro Liter Wasser liegt. Eine höhere Konzentration über einen längeren Zeitraum kann für Deine Fische schädlich sein. Findet während den Nachtstunden auf Grund des Lichtmangels keine Fotosynthese statt und wird somit auch kein Kohlenstoffdioxid abgebaut, kann der Kohlendioxidgehalt zu hoch ansteigen. Um das zu verhindern, solltest Du nachts eine zusätzliche Beleuchtung des Beckens über eine Zeitschaltuhr vornehmen und die CO2-Düngung nur tagsüber durchführen.

Aquarienpflanzen vermehren

Die meisten Wasserpflanzen kannst Du selbst vermehren. Viele Aquarienpflanzen kannst Du durch das Abschneiden von Ausläufern vermehren. Ausläufer sind kleine Jungpflanzen, die an den Enden von Wurzeln wachsen. Ohne Probleme funktioniert diese Art der Vermehrung zum Beispiel bei den Wasserschrauben-Arten. Bei einigen Arten, beispielsweise den Wasserpest-Vertretern, ist es möglich, dass aus einem Stängelbruchstück eine eigenständige, voll entwickelte Pflanze wächst. Dazu brauchst Du nur den abgebrochenen Spross in den Bodengrund stecken, wo er dann eigenständig Wurzeln bildet. Eine Vermehrung kann auch über die sogenannte Adventivpflanze erfolgen. Es bilden sich dabei direkt an den Altpflanzen junge Pflanzen, die Du nur abtrennen und einpflanzen musst. Das ist beim Sumatrafarn oder auch bei den Echinodorus-Arten. Folgendes solltest Du ebenfalls beachten: Kohlendioxid ist im Wasser nicht als Gas vorhanden, sondern als Säure gelöst. Deshalb veränderst Du mit der Kohlenstoffdioxid-Düngung den pH-Wert Deines Aquariumwassers. Du musst den pH-Wert aus diesem Grund in regelmäßigen Abständen kontrollieren.

Stören Schwimmpflanzen die Fische?

Die Muschelblume gehört zu den beliebtesten Schwimmpflanzen. Schwimmpflanzen stören die Fische nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Pflanzen bieten einige Vorteile für die Fische. Schwimmpflanzen sind willkommene Eiablageplätze und gute Versteckmöglichkeiten für Jungtiere. Sie machen auch den lästigen Algen Konkurrenz und sie mildern eine helle Beckenbeleuchtung, was besonders den Antennenwelsen entgegenkommt, weil diese Fische gedämpftes Licht bevorzugen.

Wertvolle Tipps rund um die Aquarienpflanzen

Verwende keine Pflanzen aus der Natur. Gib keine Wasserpflanzen aus der Natur oder aus einem Gartenteich in Dein Aquarium. Damit könntest Du Bakterien oder Parasiten in das Becken einschleppen. Diese Pflanzen haben auch oft unerwünschte Bewohner wie Larven oder Eier von der Libelle oder dem Gelbrandkäfer, die den Fischen gefährlich werden können. Die Beleuchtung sollte mindestens 0,5 Watt pro Liter Wasser betragen. Du kannst eine zweite Leuchtstoffröhre einbauen oder eine Abdeckung mit zwei Röhren kaufen. Wichtig ist neben der Leuchtstärke auch die Qualität des Lichtes. Um gut wachsen zu können, benötigen die Wasserpflanzen Strahlung im blauen und roten Bereich. Im Handel erhältst Du Pflanzenleuchtröhren, deren Lichtspektrum speziell das Wachstum der Pflanzen fördern.

 

Hier geht es zu den anderen Artikeln:

In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 1 – Was brauche ich?

In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 2 – Aquarium Technik, Bodengrund & Dekoration

In 6 Wochen zum perfektem Aquarium: Teil 4 – Die Wasserqualität

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