In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 5 – Die Fische ziehen ein

fische-ziehen-ein-ins-aquarium-300x199 In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 5 - Die Fische ziehen einNachdem das Aquarium gekauft und eingerichtet wurde, müssen natürlich Fische her. Was wäre immerhin ein Aquarium ohne Fisch? Richtig, ein einfaches Becken gefüllt mit Wasser. Für manche ist dies vielleicht sogar eine optische Bereicherung. Jedoch bleiben wir bei diesem Artikel bei dem Standpunkt, dass das Aquarium gefüllt werden soll. Niemand braucht nun Angst haben, dass man im nächsten Dekoteich selbst Fische fangen muss.

Fische in Tierhandlungen

In Tierhandlungen gibt es etliche schöne Exemplare, die weit über den klassischen Nemo hinausgehen. Wichtig ist, dass man bereits im Vorfeld weiß, welche Fische einziehen sollen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass auch Fische gern in Gesellschaft leben – zumindest die meisten. Einige Arten leben sogar in Schwärmen, die um die 20 Tiere umfassen. Die Größe des eigenen Aquariums ist also entscheidend. Auch die Geselligkeit mit anderen Arten ist wichtig, denn nicht alle Fische können zusammengesetzt werden. Man muss sich immer vorstellen, dass man selbst auch nicht mit jedem zusammen wohnen möchte. Hier sollte bei Bedarf ein Fachmann gefragt werden, da dieser sich optimal mit den einzelnen Arten auskennt. Alternativ gibt es jedoch auch etliche Übersichten, mit denen man diese Fragen beantworten kann, falls man im Vorfeld keinen Fachmann kontaktieren kann oder möchte.

Der nächste Schritt findet im Fachhandel statt. Bevor man sich einzelne Exemplare aussucht, sollte zunächst festgestellt werden, ob die Fische gesund sind. Anzeichen für Krankheitserreger könnten beispielsweise Aquarien sein, in denen tote Fische schwimmen – oder sich zumindest noch treiben lassen. Auch andere Becken sollten im Vorfeld abgecheckt werden, damit man auf Nummer sicher gehen kann, dass die Fischgrippe nicht das eigene Aquarium befällt. Nicht nur tote Exemplare können ein Anzeichen sein, sondern auch Fische, die kränkeln. Oftmals erkennt man das natürlich nicht, aber mit einer geschmeidigen Beobachtungsgabe kann man sie alle finden. Auch in diesem Fall sollte darauf verzichtet werden, eines dieser Kumpelfische zu wählen.

Die Reise

Nachdem Du alle verschnupften Fische ausfindig machen konntest oder bestenfalls gar nicht entdeckt hat, da es keine gab, kann die Wahl der gewünschten Mitbewohner beginnen. Dazu holt man am Besten schon einmal den vorhandenen Fachmann heran, denn dieser verstaut die kleinen Wasserbewohner erst einmal in einer Plastiktüte mit ausreichend Luft und Wasser. Kurz und knapp heißt das, dass man den Shoppingtrip bereits im Vorfeld absolviert haben sollte, denn die Zwischenbehausung bietet genügend Luft für ungefähr eine Stunde. Danach würden die Fische wahrscheinlich blau anlaufen und ersticken. In diesem Fall kann zwar die neue Farbgebung ganz hübsch sein, jedoch die Freude am Fischsein wäre damit beendet.

Beeilung ist also allerhöchste Priorität, um die Fische pünktlich in ihr neues Eigenheim einziehen lassen zu können. Bestensfalls sollten sie während dem Transport nicht zu sehr geschwenkt werden, da sie ansonsten seekrank werden könnten und anderen Belastungen ausgesetzt werden. Auch die Plastiktüten sollten nicht beschädigt werden. Es ist also viel Fingerspitzengefühl notwendig.

Die ersten Minuten nach der Ankunft

Das Aquarium sollte im Vorfeld bereits komplett fertig gestaltet sein. Denn der Zeitaspekt ist noch immer ein wichtiger Punkt. Es muss eingeplant werden, dass der Beutel mit dem Fisch in das Aquarium gelegt wird, um die Temperaturunterschiede erst einmal auszugleichen. Viele würden den Fisch wahrscheinlich gleich in das kalte Wasser schmeißen oder besser gesagt in das meistens wärmere Wasser. Dies würde den kleinen Freischwimmer allerdings sehr belasten, daher sollte die Temperatur erst einmal angepasst werden. Natürlich kann das in erster Linie sehr lustig aussehen, wenn mehrere Plastiktüten im Aquarium schwimmen. Jedoch sollten die Fotos, die davon eventuell gemacht werden, nicht mehr als 10 Minuten einnehmen. Nach dieser kurzen Wartezeit wird ein Becher des Aquariumwassers in die Plastiktüte gefüllt. Dies ist ein sehr wichtiger Schritt, damit sich die Fische im Vorfeld optimal an die neue Temperatur gewöhnen können.

Nun sind die Fische endlich bereit, ihr neues Heim zu beziehen. Die Wartezeit sollte nochmal 15 Minuten betragen haben. Mit Hilfe eines Keschers können die Fische nun in das Becken gesetzt werden. Der Beutelinhalt hingegen sollte niemals mit im Aquarium landen, da es sich hier um Wasser aus der Tierhandlung handelt, welches verunreinigt sein kann. Auch Medikamentenrückstände könnten in einigen Fällen auffindbar sein. Wer also keine Fische haben möchte, die mit der Zeit tablettenabhängig werden, sollte dies stets beachten, auch wenn die ganze Prozedur recht aufwändig erscheint. Aufwändiger jedoch wäre es, wenn das komplette Aquarium komplett restauriert werden müsste, da sich Krankheitserreger breit gemacht haben.

Tipp: Erst einmal ist es sinnvoll, nur wenige Fische in das Becken zu setzen. Diese können sich erst einmal einleben und man sieht, ob noch etwas fehlt oder ob alles soweit stimmig ist. Nach einigen Wochen können bei Bedarf weitere Fische eingesetzt werden.

Die Anzahl der Fische

Die Auswahl ist meistens gigantisch und anders als in einem Schuhladen neigt man oft dazu, fast alles zu kaufen, was einem gefällt. Bei Fischen wird davon jedoch abgeraten. Es ist sinnvoller, weniger Fische zu kaufen als zu viele. So werden die Fische weiterhin artgerecht gehalten. Das natürliche Gleichgewicht bleibt erhalten und auch die Pflanzen haben einen artgerechten Lebensraum. Wer weitere Fische kaufen möchte, sollte eher überlegen, ob es nicht doch sinnvoller wäre, weitere Aquarien zu kaufen. Ansonsten muss sich für einige Exemplare entschieden werden, da es nicht um die Deko Fisch geht, sondern das Lebewesen Fisch.

Zusätzlich kann sich hier vorgestellt werden, dass man mit mehreren Personen in lediglich einem Zimmer wohnen müsste. Genau so könnten sich Fische fühlen, wenn zu viele Exemplare in einem Aquarium untergebracht werden. Natürlich sind die Bräuche, Sitten und Gewohnheiten von Fischen anders als bei Menschen, dennoch braucht jeder mal etwas Ruhe für sich und seine Gedanken.

Auch hier sollte nochmal darauf geachtet werden, dass einige Arten in Schwärmen leben. Daher sollte man nicht von jedem Fisch jeweils ein oder zwei Exemplare wählen, sondern artgerecht auswählen. Ein Schwarm kann um die 20 Fische betragen. Somit muss ein ausreichender Platz geboten werden. Optimal ist es, anfangs weniger Fische einziehen zu lassen. Nach einigen Wochen können bei Bedarf weitere Fische einziehen.

Regelmäßige Tätigkeiten

Das Filtersystem in einem Aquarium muss regelmäßig gereinigt werden. Dafür gibt es spezielle Intervalle. Viele richten sich allerdings nicht nach diesen Zeitfenstern. Die Durchflussgeschwindigkeit des Wassers kann am Filterauslass betrachtet werden. Nimmt diese sichtbar ab, so ist es Zeit für die Reinigung. Das zeitliche Fenster ist somit zwar länger, aber auch sinnvoll für das Aquarium, da sich auch nützliche Bakterien bilden können, die dem Aquarium und den Fischen zu Gute kommen. Sie sind nützliche Helfer beim Abbau der Abfallstoffe in einem Aquarium. Somit ist nicht nur eine mechanische Reinigung mit Filtermechanismen vorhanden, sondern auch eine natürliche. Wenn die Geräte dank einer verminderten Durchlaufgeschwindigkeit doch zum Reinigen müssen, sollte das Wasser nicht zu heiß sein. Wenn die Reinigung nicht allzu gründlich erfolgt, ist das in diesem Fall sogar mehr als vorteilhaft. Wichtige Bakterien können sich somit schneller wieder bilden und weiter ihren Tätigkeiten nachgehen.

Die Beleuchtung

Neben den Filtersystemen und der regelmäßigen Reinigung dieser ist auch die Beleuchtung ein wichtiger Punkt. Viele schalten das Licht des Aquariums abrupt aus, sobald sie zu Bett gehen. An sich ist es ja schön, eine gemeinsame Schlafenszeit zu haben, jedoch reagieren einige Fische sehr schreckhaft auf das plötzliche Eintreten der Nacht. Zusätzlich können regelmäßige Beleuchtungszeiten deutlich sinnvoller sein, da es sich ja zusätzlich um wärmespendende Lampen handelt und Fische genügend Licht und Wärme benötigen. Auch ein leichter Übergang von hell nach dunkel ist sinnvoll. In diesem Fall können beispielsweise blaue LED’s verwendet werden, die im Übergang leuchten. Spezielle Systeme schalten automatisch um, sodass auch Zeitschaltuhren sinnvoll sein können, um einen regelmäßigen Rhythmus schaffen zu können.

Beleuchtungsbeispiel

Einschaltphase Nummer 1: 8 Uhr – 13 Uhr
Beleuchtungspause: 13 Uhr – 16 Uhr
Einschaltphase 2: 16 Uhr – 22 Uhr
Ruhephase: 22 Uhr – 8 Uhr

Natürlich können einzelne Zeiten etwas variieren. Die Schaltung auf blaue LED’s würde beispielsweise kurz vor 22 Uhr eintreten. Jeweils einige Minuten später würde sich das System dann komplett verdunkeln, sodass die Fische ihre Ruhephase genießen können. Im Dunkeln lässt es sich schließlich gut munkeln.

Wer sich Tiere zulegt, braucht natürlich auch das passende Futter. Auch hier kann man sich optimal von einem Fachmann beraten lassen, um das bestmögliche Futter zu wählen. Auch die Futtermenge ist wichtig, damit sich die Fische weder überfressen, noch verhungern oder Reste das Becken verschmutzen.

Tipp: Eine richtige Bevölkerung sowie die richtige Filterung können dem Algenwachstum entgegenwirken. Somit ist es sinnvoll, alles optimal aneinander anzupassen.

Fazit

Fische sollten erst erworben und in das Aquarium gesetzt werden, wenn dieses in einem biologischen Gleichgewicht steht. Da dies einige Woche dauert, sollte man genügend Geduld mitbringen. Die Fische sollten auch erst gekauft werden, wenn das Aquarium fertig ist. Alternativbehausungen erweisen sich sehr unvorteilhaft.

Ein weitere Aspekt ist die richtige Besetzung. Zu viele Fische bringen das Gleichgewicht auseinander. Auch die Arten sollten sich untereinander gut verstehen. Schwärme und Gruppen sollten nicht vernachlässigt werden.

Filterreinigungen sollten regelmäßig erfolgen, jedoch sollte die Reinigung nicht allzu gründlich vollzogen werden, damit nützliche Bakterien schnell wieder entwickelt werden können. Auch die Beleuchtungsphasen sollten regelmäßig und nicht so abrupt stattfinden, sodass sich jeder Bewohner wie zu Hause fühlen kann.

Wenn all diese Dinge beachtet werden, dann steht dem fröhlichen Fischdasein nichts mehr im Weg.

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Ein Gedanke zu „In 6 Wochen zum perfekten Aquarium: Teil 5 – Die Fische ziehen ein

  • 5. Juni 2017 um 22:26
    Permalink

    Lieber Lars,
    vor kurzer Zeit bin ich zu dem Entschluss gekommen mir Fische anzulegen. Damit es den Fischen auch gut geht, habe ich über 2 h gesucht und gesucht und mir zahlreiche Informationen rausgepickt ;D!!! Die Informationen, die ich von dir bekommen habe waren für sehr hilfreich. Ich bin mir sicher, dass die Kleinen gut aufwachsen werden :D!!

    LG Mona

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