Algen im Aquarium sind unerw√ľnscht. Haben sie sich erst einmal im Aquarium entwickelt, breiten sie sich rasant aus. Der optische Eindruck ist hier allerdings das geringste √úbel.

Die Bildung von Algen im Aquarium ist ein Anzeichen daf√ľr, dass das biologische Gleichgewicht aus den Fugen geraten ist.

Geringes Algen-Vorkommen ist jedoch unbedenklich und ein nat√ľrlicher Prozess.

 

 Hier besteht ein Handlungsbedarf! 

 

Das Thema Algen ist ein sehr heiß diskutiertes Thema unter den Aquarianern und die Meinungen, wie damit umzugehen ist, gehen weit auseinander. In einem gewissen Maße gehören Algen zu jedem Aquarium (harmlose Algen), wenn diese allerdings Überhand gewinnen besteht auch ein Handlungsbedarf. Weiterhin gibt es auch Algen im Aquarium  die mit Vorsicht zu genießen sind.

Algen im Aquarium unerw√ľnscht?

Die Frage kann ganz klar mit einem¬†JA¬†beantwortet werden. Ein deutlicher Zuwachs an Algen im Aquarium kann mehrere Gr√ľnde haben z.B. falscher Standort oder zu viele¬†N√§hrstoffe¬†usw.

Durch die hohe Zahl an Algen k√∂nnen die √ľbrigen Pflanzen ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen. Algen sind selbstverst√§ndlich auch Pflanzen, da sie sich jedoch sehr schnell ausbreiten k√∂nnen sie das biologische Gleichgewicht, welches in einem Aquarium herrschen sollte, zerst√∂ren.

Im ung√ľnstigsten Fall werden dadurch auch die¬†Aquarienbewohner¬†gef√§hrdet. Bei zu starkem¬†Algenwachstum¬†k√∂nnen die erw√ľnschten¬†Pflanzen¬†ihren Aufgaben im Aquarium nicht mehr nachgehen. Da Algen sehr anspruchslose Pflanzen sind gedeihen sie auch bei schlechten Bedingungen pr√§chtig.

Wie entstehen Algen im Aquarium?

Algen entstehen meist, wenn das¬†Aquarium¬†direktem¬†Sonnenlicht¬†ausgesetzt ist. Sonnenlicht beg√ľnstigt das Wachstum von Algen jeglicher Art. Aber auch wenn die Wasserwerte ung√ľnstig sind und sich zu viele N√§hrstoffe darin befinden k√∂nnen Algen sich rasend schnell verbreiten.

Zuviele N√§hrstoffe im Wasser bergen auch gleichzeit die Gefahr von¬†Nitritbildung. Ein zu hoher Nitritwert kann t√∂dlich f√ľr die Aquarientiere enden.

Aber auch eine √ľbetriebene¬†Reinigung¬†des Aquariums kann sich negativ auswirken. Das Ziel ist es ein Gleichgewicht zu schaffen. Algen wird man in jedem Aquarium finden. Aber wie in vielen Dingen macht auch hier die Dosis erst das Gift.

Sollte man versuchen das Aquarium steril zu halten l√§uft man Gefahr die wichtigen¬†Mikroorganismen¬†zu zerst√∂ren die f√ľr optimale Lebensbedingungen f√ľr Tiere und Pflanzen notwendig sind.

Zu hohe Schadstoffbelastung kann durch zu viel Futtergabe entstehen. Aber auch ein¬†√úberbesatz¬†an Tieren oder zu wenige Wasserwechsel f√ľhren zu ung√ľnstigen Wasserwerten. Auch die k√ľnstliche Beleuchtung kann unerw√ľnschtes Algenwachstum beg√ľnstigen, des Weiteren sollte auf eine ausreichende Bepflanzung von erw√ľnschten Pflanzen geachtet werden, damit die N√§hrstoffe von ihnen aus dem Wasser absorbiert werden k√∂nnen. Neben ihnen haben¬†Algen im Aquarium¬†oft keine Chance.

Welche Arten von Algen gibt es?

Wie schon oben beschrieben gibt es nicht nur harmlose Algen.

In einem Aquarium kommen folgende Algenarten am häufigsten vor:

  • Rotalgen
  • Gr√ľnalgen
  • Blaualgen
  • Kieselalgen/Braunalgen

Die am h√§ufigsten vorkommenden¬†Rotalgen¬†sind die sogenannten Pinselalgen und Bartalgen. Die Pinselalge geh√∂rt zu den Rotalgen obwohl sie ‚Äď zumindest im Aquarium ‚Äď gar nicht rot ist. Meist hat sie eine eher dunkle bis schwarze F√§rbung. Erst wenn man die Alge in Alkohol legt wird sie rot.

Am Anfang des¬†Pinselalgenbefalls¬†ist die Alge im Aquarium schwer zu erkennen. Erst im weiteren Verlauf des Wachstums wachsen aus kleinsten Verzweigungen kleine B√ľschel die der Alge auch den deutschen Namen gegeben hat. Bei den Bartalgen hingegen werden diese B√ľschel l√§nger und kr√§useln sich teilweise sogar, sodass sie eher an einen langen Bart erinnern.

Somit ist die Unterscheidung dieser beiden Algen eher zu einem späteren Zeitpunkt des Wachstums möglich.

Da die Bartalge gerne in der Strömung wächst ist sie meist in der Nähe des Filters zu finden. Dekorationsgegenstände und Pflanzen werden von beiden Arten gerne bewachsen.

Rotalge

Die Rotalgen geh√∂ren bei den Aquarianern zu einem gef√ľrchteten ‚ÄúAquariumbewohner‚ÄĚ. Rotalgen sind sehr hartn√§ckig und nicht so leicht zu entfernen. Sie wachsen sehr fest mit ihrem gew√§hlten Untergrund ¬†zusammen. Man kann die Algen zwar mit der Hand abrupfen, bekommt mit dieser Methode jedoch nicht alle Teile der Alge entfernt.

Das bedeutet, dass man zwar die Alge im Aquarium nicht mehr sieht sie sich aber sehr schnell wieder ausbreiten wird.

Deshalb ist hier eine Nachhaltigere Methode anzuwenden. Wenn sich die Rotalge auf Bl√§tter niedergelassen hat ist es notwendig die Bl√§tter zu entfernen, das kann auch bedeuten, dass teilweise ganze Pflanzen aus dem Aquarium entfernt werden m√ľssen.

Bei Anhaftung der Algen auf Dekorationsgegenst√§nden reicht es die Deko aus dem Becken zu nehmen und auszukochen. Zus√§tzlich sollte man die Algenreste mit einer B√ľrste entfernen. Diese Ma√ünahmen sind nat√ľrlich wesentlich aufw√§ndiger wenn die Algen auch den Bodengrund befallen haben. Hier kann es auch eine M√∂glichkeit sein algenfressende Tiere in das Aquarium zu integrieren.

Die einfachste Methode bei allen Algenarten ist jedoch die Entstehung vorzubeugen. Bei Pinsel- und Bartalgen ist es neben den √ľblichen Ma√ünahmen wie geregelte Beleuchtung, angemessene Futterzugabe, niedriger Besatz, ausreichende Menge an erw√ľnschten Pflanzen usw. auch sinnvoll eine CO2 Zufuhr zu installieren oder die¬†Str√∂mungsrichtung¬†regelm√§√üig zu √§ndern.

Gr√ľnalgen

Die Gr√ľnalgen sind anders als die Rot- oder¬†Blaualgen¬†nicht ganz so gef√§hrlich. Trotzdem gilt es beim Auftreten von Gr√ľnalgen genau darauf zu achten ob sie sich weiter vermehren. Zu den h√§ufigsten Gr√ľnalgen geh√∂ren die sogenannten¬†Fadenalgen. Ihr Auftreten ist nicht immer ein schlechtes Zeichen. Nat√ľrlich auch hier wieder nur in einem gewissen Ma√ü.

Die Fadenalgen ben√∂tigen die gleichen N√§hrstoffe zum Wachsen wie die erw√ľnschten Pflanzen. Somit kann man davon ausgehen, dass ihr Auftreten f√ľr eine gute Wasserqualit√§t spricht. Man sollte die¬†Gr√ľnalgen¬†jedoch im Auge behalten.

Nimmt ihr Wachstum √ľberhand kann das biologische Gleichgewicht schnell aus den Fugen geraten.

Fadenalgen

Fadenalgen bilden, wie der Name schon sagt, lange F√§den. Sie sind gr√ľn und nicht sonderlich unansehnlich. Fadenalgen lassen sich leicht entfernen indem man sie zupft. Trotzdem sollten die Wasserwerte bei einem Befall unbedingt im Auge behalten werden.

Weitere Vertreter der Gattung der Gr√ľnalgen sind zum Beispiel: die¬†gr√ľne Punktalge¬†oder¬†Pelzalgen. Die gr√ľne Punktalge findet man meist als gr√ľnen Film an der Aquariumscheibe. Sie tritt sehr h√§ufig auf, l√§sst sich aber leicht entfernen.

Wie bei allen Algenarten im Aquarium ¬†sind die Wasserwerte auch beim Auftreten von Gr√ľnalgen unbedingt zu beobachten. Zu hohe Nitrat- und Phosphatwerte f√∂rdern den Wuchs von Gr√ľnalgen. Wenn diese Werte die Norm √ľbersteigen sollte das Aquarium noch besser gepflegt werden.

Hierzu geh√∂ren unter anderem regelm√§√üige Wasserwechsel, keine √úberf√ľtterung, die richtige Pflege erw√ľnschter Pflanzen und kein √úberbesatz von Tieren. Direkte Sonneneinstrahlung beg√ľnstigt auch den Wuchs der Gr√ľnalgen und sollte so gut es geht vermieden werden.

Gr√ľnalgen lassen sich leicht entfernen k√∂nnen aber auch mit algenfressenden Bewohnern bek√§mpft werden. Hierbei ist aber unbedingt darauf zu achten, dass nicht zu viele Tiere zus√§tzlich in das Becken einziehen, andernfalls wird das Gegenteil erreicht ‚Äď die Tiere produzieren zu viele Ausscheidungen und die Gr√ľnalgen wachsen erst Recht.

Der Einsatz von Chemie ist bei Gr√ľnalgen unverh√§ltnism√§√üig. Es schadet mehr der Balance des Aquariums als es nutzt. Da Gr√ľnalgen mit wenig Aufwand zu entfernen sind ist von einer chemischen Behandlung abzuraten.

Blaualgen

Blaualgen sind im Grunde genommen keine Algen. Es handelt sich um einen Befall von Bakterien. Sie erscheinen in Blau-/Gr√ľnt√∂nen und sondern einen ekelhaften Gestank ab. Blaualgen sollten keinesfalls ignoriert werden, da sie Pflanzen kaputt machen und das Gleichgewicht des Aquariums schwer aus den Fugen geraten kann.

Blaualgen werden auch Schmieralgen genannt und breiten sich √ľber Bodengrund, Dekorationsgegenst√§nden und Pflanzen flach aus. Sie sind weich und schmierig und unsch√∂n anzusehen.

Die Entfernung der Blaualgen ist eine aufwendige Angelegenheit und bedarf mehrerer Schritte. Zuerst sollten die Algen im Aquarium abgesaugt werden. Mehrere Wasserwechsel werden nötig sein um am Ende erfolgreich gegen die Blaualge ankämpfen zu können.

Des Weiteren ist die Durchf√ľhrung einer Dunkelkur sehr ratsam. Hierbei wird nicht nur die Beleuchtung ausgeschaltet, sondern auch √ľber einen gewissen Zeitraum das Aquarium komplett abgedunkelt. W√§hrend und auch nach der Dunkelkur werden immer wieder Wasserwechsel empfohlen. Diese Ma√ünahme kann eine Woche und l√§nger dauern.

Kieselalgen/Braunalgen

Kieselalgen sind eine der harmlosesten¬†Algenarten¬†die im Aquarium auftreten k√∂nnen. Meistens erscheint die Kieselalge in der Einlaufzeit eines Aquariums und verschwindet von selbst wieder sobald ein biologisches Gleichgewicht hergestellt ist. Sie wachsen √§hnlich wie die Blaualgen als brauner, schmieriger Belag auf vielen Oberfl√§chen sind aber l√§ngst nicht so gef√§hrlich f√ľr das System.

Sollte sich die Kieselalge jedoch ausbreiten ist es notwendig sie selbst zu entfernen. Das wird erledigt indem man sie absaugt und¬†Teilwasserwechsel¬†durchf√ľhrt. Die Wasserwerte sollten immer im Auge behalten werden. Zu viel Kiesels√§ure und Phosphat beg√ľnstigen das Wachstum von Kieselalgen.

Im Gegensatz zu anderen Algenarten mag die¬†Kieselalge¬†eher eine¬†dunkle Umgebung. Es kann in diesem Fall also hilfreich sein die Beleuchtung intensiver zu gestalten. Hier muss nat√ľrlich ein gesundes Mittelma√ü gefunden werden, da ansonsten der Wuchs anderer Algenarten beg√ľnstigt wird.

Häufig wird die Kieselalge zusammen mit der Braunalge als Begriff genannt. Dies ist jedoch ein Irrtum, die Kieselalge ist zwar braun aber keine Braunalge.

Alles in allem kann ein Algenwachstum schon von vornherein verhindert werden indem einige Maßnahmen getroffen werden.

Hierf√ľr sind folgende¬†Punkte¬†wichtig:

  • Standort des Aquariums
  • √úberf√ľtterung vermeiden
  • Beleuchtung anpassen
  • Besatz der Aquariumgr√∂√üe anpassen
  • Algenfressende Tiere einsetzen
  • t√§gliche Kontrolle der Wasserwerte
  • dichte Bepflanzung erw√ľnschter Pflanzen
  • neutraler PH-Wert durch CO¬≤ Zuf√ľhrung
  • regelm√§√üiger Wasserwechsel
  • Pflanzenkontrolle vor dem Einsetzen ggf. Quarant√§ne vor dem Einpflanzen

Durch Beachtung dieser Punkte wird man viel und lange Freude am Aquarium und ihren Bewohnern haben, sodass es keine Arbeit sondern ein tolles Hobby ist.

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Ursachen der Algen-Entstehung klären

Zur Entfernung der lästigen Algen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Jedoch sollte man sich zuerst folgende Fragen stellen:

  • Wurde etwas im Aquarium ver√§ndert?
  • Wurden¬†neue Pflanzen¬†platziert?
  • Treten die Algen pl√∂tzlich auf oder sind sie bereits seit l√§ngerer Zeit vorhanden?

Nachfolgend werden einige mögliche Methoden zur Entfernung der Algen vorgestellt:

Aquarientiere als Algen-Entferner

Manche¬†Aquarientiere¬†sind ein wirksames Mittel gegen Algen. Solche Tiere werden auch als¬†Algenputzer¬†bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine nat√ľrliche Variante der¬†Algenbek√§mpfung, da der normale Nahrungskreislauf durchgef√ľhrt wird.

Geeignete Aquarientiere sind zum Beispiel: Garnelen, Schnecken und die Siamesische¬†R√ľsselbarbe, welche sich vor allem von Pinselalgen ern√§hrt.

Mehr Informationen zu Algenfressern

Wasserpflanzen bewirken eine Reduzierung der Algen

Schnell wachsende Wasserpflanzen leisten einen großen Beitrag gegen das Algen-Wachstum.
Diese Pflanzen entziehen den Algen die Nährstoffe und die Nahrungsgrundlage. Eine geeignete Wasserpflanze ist zum Beispiel das Hornkraut. Oft sind Algen aber leider widerstandsfähiger als die höher entwickelten Wasserpflanzen. Deshalb ist eine erfolgreiche und radikale Entfernung der Algen nicht garantiert.

Der Einsatz von Chemie

Von dieser drastischen Maßnahme ist eher abzuraten. Denn mit starken Chemikalien können ebenfalls die sensibleren Tier- und Pflanzenarten beeinträchtigt werden. Enthaltene Giftstoffe könnten schwere Erkrankungen bei den Fischen verursachen.

Durch die Chemie sind die Algen zwar abget√∂tet aber noch immer im Aquarium vorhanden. Auch abgestorbene Algen belasten die¬†Wasserqualit√§t¬†stark. So m√ľssen diese Ablagerungen zeitnah entfernt werden.

Die Beleuchtungszeit reduzieren

Sonnenlicht und eine k√ľnstliche Beleuchtung¬†f√∂rdern nachweislich¬†die Vermehrung von Algen. Deshalb k√∂nnte eine zu¬†lange Beleuchtungszeit¬†der Ausl√∂ser f√ľr zu gro√ües Algen-Wachstum sein. Eine k√ľrzere Leuchtphase bringt manchmal schon ein positives Ergebnis.

Auch sind bewusste Beleuchtungspausen eine Alternative. Weiterhin könnte das Beleuchtungsmittel gewechselt werden.

Manuelle Algen-Entfernung

Neuer¬†Algenwuchs¬†sollte st√§ndig im Auge behalten werden, da es sich bei Algen um sehr rasch wachsende Pflanzen handelt. Kontinuierliches entfernen bringt sicher einen langfristigen Erfolg, ist aber auch sehr m√ľhsam. Der Aquarianer muss deshalb bei einer¬†manuellen Algen-Entfernung¬†viel Durchhalteverm√∂gen beweisen.

Mitunter bewirkt folgendes Handeln ein sauberes Aquarium:

Deko Gegenst√§nde (T√∂pfe, Schalen) des Aquariums entnehmen und komplett auskochen sowie eine komplette Reinigung des Aquariums durchf√ľhren.

Dies t√∂tet Keime ab und¬†stoppt erneutes¬†Algen-Wachstum. Trotzdem sind erneute Algen noch immer m√∂glich. Sollte man sich √ľber eine weitere Vorgehensweise im Kampf gegen die Algen unsicher sein, so kann ein Fachhandel weiterhelfen.

 

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